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    Der Hautaufbau

    Die Haut besteht aus mehreren Schichten, die miteinander verbunden sind und sich in ihren Funktionen ergänzen. Daher ist die Haut weitaus mehr, als die für uns sichtbare Oberfläche des menschlichen Körpers.

    Einer schönen und gesunden Haut liegt zudem auch immer das Zusammenspiel der verschiedenen Hautschichten zugrunde.

    Sie lässt sich in 3 Hauptschichten unterteilen:

    1. Die Oberhaut – Epidermis

    2. Die Lederhaut – Dermis / Cutis

    3. Die Unterhaut – Subcutis

    Diese drei Hautschichten lassen sich hingegen nochmals in bis zu insgesamt acht Schichten unterteilen.

    Zunächst wollen wir uns jedoch auf die drei Hauptschichten konzentrieren und beginnen (von unten nach oben) mit der Subcutis.

    Die Subcutis ist eine dehnbare Bindegewebsschicht, die zum einen aus lockerem Bindegewebe – das eine Art Bindegewebskammern bildet – besteht und zum anderen aus den darin eingelagerten Fettzellen, die je nach Geschlecht, Alter, Ernährung, Aktivität und Konstitution stärker oder weniger stark ausgeprägt sind. Nach unten hin grenzt sie sich mit einer Faszie aus festen kollagenen Fasern zum Körper ab und ist nach oben hin durch feste Bindegewebszüge mit der darüberliegenden Hautschicht – der Lederhaut – verbunden. Zudem durchziehen das Unterhautfettgewebe Bindegewebsstränge, welche die Lederhaut und die - unter der Subcutis liegende – Faszie miteinander verbinden. Diese verleihen der Haut Spannkraft, Elastizität, limitieren ihre Verschiebbarkeit und ermöglichen, dass sie sich immer wieder in Ihre Ausgangslage zurück bewegt. 

    Doch die Subcutis bildet nicht nur das Bindeglied zwischen dem Körper und den darüberliegenden Hautschichten, sondern fungiert zudem auch als Versorgungsstation.

    Das in den Bindegewebskammern der Subcutis eingelagerte Fettgewebe erfüllt einige lebenswichtige Funktionen für unseren Körper. Als sogenanntes Speicher- oder Depotfett hält es Energiereserven für uns bereit und ist somit der wichtigste Energiespeicher des Organismus. In seiner Funktion als „Baufett“, dient das Fettgewebe als Schutzpolster zur mechanischen Dämpfung von beispielsweise Stößen oder anderen äußeren Einwirkungen, sowie der Wärmeisolation und somit dem Kälteschutz.

    Bei einem Überangebot an Nährstoffen wird vermehrt Depotfett eingelagert und es kommt zur Volumenzunahme des Fettgewebes. Begünstigt wird diese Fettzunahme durch die übermäßige Aufnahme von Kohlenhydraten und Fetten. Das Fett kann jedoch sowohl aus Kohlenhydraten direkt in der Zelle gebildet oder aus dem Blut in die Zelle aufgenommen werden. So befindet sich das subkutane Fettgewebe immer in der Nähe von Blutgefäßen und jedes Fettläppchen hat seine eigene Blutversorgung. Gespeichertes Fett kann auf diese Weise bei Mangelernährung rasch an das Blut abgegeben und umgekehrt, bei einem Überangebot im Blut, in den Fettzellen eingelagert werden. Gerne wird dabei vergessen, dass auch der Konsum von Zucker eine bedeutende Rolle für das Volumen des Fettgewebes spielt, denn insbesondere in Kombination mit Nahrungsfetten bremst Zucker den natürlichen Fettabbau drastisch aus.

    Neben Bindegewebsfasern, Fettzellen, Blut- und Lymphgefäßen, durchzieht die Subcutis ein dichtes Nervennetz, dessen Endungen alle Hautschichten durchziehen und Sinnesempfindungen, wie Druck, Wärme, Kälte und Tastgefühl vermitteln. Im obersten Bereich der Subcutis und der untersten Schicht der Lederhaut (Dermis) befinden sich zudem Schweißdrüsen und Haarfollikel, die sich von hier ihren Weg bis in die Oberhaut bahnen. Darüber hinaus ist die Subcutis bedeutend für den Wasserhaushalt unseres Körpers, da sie die Eigenschaft besitzt im Subcutangewebe Wasser zu speichern.

     

    Die Lederhaut (Dermis)

    Die Lederhaut befindet sich zwischen der Subcutis (Unterhaut) und Epidermis (Oberhaut) und wird auch als Dermis oder Cutis bezeichnet.

    Sie besteht aus elastischen und kollagenen Fasern, welche die Eigenschaft besitzen Wasser zu binden und somit die Spannkraft der Haut zu beeinflussen. Die Kollagenfasern sind winkelförmig ineinander vernetzt und für die Festigkeit der Haut verantwortlich. Die elastischen Fasern sind in dieses kollagene Geflecht eingebaut und sorgen für die Elastizität. Durchzogen ist dieses dichte Bindegewebe von Blut- und Lymphgefäßen, die in einem oberflächlich und einem tief liegenden Netz angeordnet sind. Sie versorgen die Oberhaut mit Nährstoffen, transportieren Stoffwechselprodukte und ermöglichen somit den Abtransport von Schadstoffen. 

    Des Weiteren besteht die Lederhaut aus vielen Nervenfasern, die für das Berührungs-, Druck-, Schmerz- und Temperaturempfinden verantwortlich sind. Auch sämtliche Hautanhangsgebilde sind in dieser Hautschicht lokalisiert. Dort wo sich Subcutis und Dermis miteinander verbinden, finden Haarfollikel, Talg- und Schweißdrüsen ihren Ursprung.

    Die Dermis lässt sich in zwei Schichten unterteilen: zum einen in die Netzschicht, die auch Stratum reticulare genannt wird und an die Subcutis anschließt und zum anderen in die Zapfenschicht (Stratum papillare), die mit der Basalzellschicht der Epidermis verbunden ist. 

    Das Stratum reticulare ist hauptverantwortlich für die Festigkeit und Elastizität der Haut und beheimatet somit das dichte Netz aus Kollagenfasern und elastischem Bindegewebe.

    Das Stratum papillare ist mit feinen Blutgefäßen durchzogen und versorgt die Basalschicht der darüberliegenden Epidermis mit Nährstoffen.

    Weitere Bestandteile sind Bindegewebszellen, Fibroblasten, Nervenenden, Tastsinneszellen, Wärme- und Kälterezeptoren, sowie die Abwehrzellen des Immunsytems.

     

    Die Epidermis

    Die Oberhaut, oder auch Epidermis genannt, ist die oberste Hautschicht und bildet die Kontaktfläche zur Außenwelt.

    Gleichzeitig erfüllt sie die wichtigste Schutzfunktion für unseren Organismus und bildet eine Barriere gegenüber äußeren Einflüssen. Sie schützt uns vor dem Eindringen von Fremdstoffen und schädlichen Mikroorganismen, mechanischer Belastung sowie UV-Strahlung. 

    Im Wesentlichen besteht die Epidermis aus intrazellulären Keratinfasern und einer Kittsubstanz zwischen den Zellen, die die Oberhaut stabil hält. Sie ist Gefäßfrei und besitzt im Gegensatz zu den anderen Hautschichten auch keine Nerven.

    Sie erneuert sich ständig aus ihrer tiefsten Schicht heraus, der Basalzellschicht. Im Laufe dieses sogenannten Zellzyklus, der etwa 30 Tage andauert, wandern die neu gebildeten Zellen von unten nach oben durch die Schichten der Epidermis, verlieren auf diesem Weg nach und nach Ihren Zellkern, werden starr und bilden, oben angekommen, die Hornschicht. Diese erfüllt ca. 90% des Schutzmechanismus der Haut.

    Die Epidermis bestimmt nicht nur einen bedeutenden Teil unser äußeren Erscheinungsbildes (Hautfarbe, Teint, Hautbild) mit, sondern lässt sich erfreulicher Weise auch wunderbar durch kosmetische Mittel beeinflussen.

    Die Epidermis lässt sich in fünf Schichten unterteilen, wobei wir mit der untersten, die an die Dermis/Lederhaut anschließt, beginnen: 

    1. Stratum basale – Basalzellschicht

    2. Stratum spinosum – Stachelzellschicht

    3. Stratum granulosum – Körnerschicht

    4. Stratum lucidum – Glanzschicht

    5. Startum corneum – Hornschicht

     

    Die Basalzellschicht ist zapfenförmig mit der Dermis (Lederhaut) verzahnt. Dies bringt nicht nur eine bessere Haftung zwischen Lederhaut und Oberhaut mit sich, sondern bietet auch eine größere Oberfläche, die für die Blutversorgung der Basalschicht von großer Bedeutung ist. Zudem sind hier die Melanozyten (Pigmentzellen) angesiedelt. Sie produzieren das Pigment Melanin und sind somit für unsere Hautfarbe verantwortlich.

    Neben den Keratinozyten und Melanozyten enthält die Keimschicht zwei weitere Zellarten: die Langerhans-Zellen und die Merkel-Zellen. Während die Langerhans-Zellen eine zentrale Rolle im Immunsystem spielen, fungieren die Merkel-Zellen als hauteigene Nervenzellen. 

    Von der Basalzellschicht aus, geht die Reise der Keratinozyten weiter in die Stachelzellschicht, die aus mehreren Zelllagen besteht und ihren Namen den stachelförmigen Fortsätzen der Zellen in diesem Stadium zu verdanken hat. Diese Fortsätze verbinden die Zellen miteinander und lassen so eine netzartige Struktur entstehen, die der Haut Elastizität schenkt. 

    In der darüberliegenden Körnerschicht beginnen die Zellen langsam zu verhornen, werden flacher und die Zellkerne beginnen zu verschwinden. Veränderungen im Fettstoffwechsel führen zur Produktion von zementartigen Fettsubstanzen, dem sogenannten „Zellkitt“. Diese werden in den Zellzwischenräumen eingelagert und sind für die Barrierefunktion der Epidermis von großer Bedeutung. 

    Im Stratum lucidum, der Glanzschicht befinden sich die Zellen im Übergangsstadium von Keratinozyten zu Hornzellen (Korneozyten). In dieser Schicht sind noch Reste von Zellorganellen vorhaden, was bedeutet, dass die Verhornung noch nicht komplett abgeschlossen ist. 

    In der obersten Hautschicht, dem Stratum corneum, oder auch der Hornschicht, ist die Verhornung der Zellen komplett abgeschlossen. Die Keratinozyten haben ihren Zellkern vollständig verloren und sind zu starren, mit Keratin ausgefüllten Korneozyten geworden, die mehrlagig in einer Ziegelsteinförmigen Anordnung die oberste Hautschicht bilden. Von den Keratinozyten freigesetzte fetthaltige Substanzen (Zellkitt) schließen die Zellzwischenräume wasserdicht ab. Sie lösen sich erst in der äußersten Zellschicht voneinander, um dann als Hornschüppchen von der Haut abgeschilfert zu werden.

    Allein die Hornschicht der Epidermis besteht aus ca. 15 bis 20 verschiedenen Lagen sich ständig erneuernder Hornzellen. Die Funktionsfähigkeit der Hornschicht ist bedeutend für die Gesunderhaltung der Haut. Sie bewahrt das Innere des Körpers vor übermäßigem Wasserverlust und schützt den Menschen vor chemischen und physikalschen Einwirkungen. Sie weist keine lebendigen Zellen auf, sondern besteht aus abgestorbenen Hornplättchen, die kontinuierlich an der Oberfläche und von uns unbemerkt, abgestoßen werden. Neben diesem äußeren „aufgelockerten“ Teil, besteht die Hornschicht zudem aus einer innenliegenden, dichten Zellschicht, welche die eigentliche Barrierefunktion erfüllt

    Der Wasser-Fett-Film der Haut bildet zusammen mit der Kittsubstanz und den in der Hornschicht enthaltenen wasserbindenden Substanzen einen Schutzmechanismus gegen Austrocknung. Neben einem Wasseranteil von ca. 10 bis 20 % besitzt die Hautoberfläche einen relativ hohen Lipidanteil von ca. 20 %, der sich aus squalenreichem Drüsentalg und in der tieferen Hornschicht aus cholesterinreichem Hornfett zusammensetzt. Sie sind essenziell für die Barrierefunktion der Haut und wirken Transepidermalem Wasserverlust entgegen.

    Dieser Wasser-Fett-Film oder auch Säureschutzmantel genannt, bietet zudem mit einem ph-Wert von 5 bis 6 ein ungünstiges Milieu für Mikroorganismen. Gute Keime bilden eine residente Hautflora und unterdrücken somit das Wachstum schädlicher Keime, während Aminosäuren im Stande sind Säuren und Laugen abzumildern. Um einen Wasserverlust durch die Oberhaut zu verhindern, versucht der Barrieremechanismus permanent den Verlust von Fettsäuren zu verhindern. Eine Pflege mit hautidentischen Lipiden wirkt somit nicht nur transepidermalem Wasserverlust entgegen, sondern ist entscheidend für die Aufrechterhaltung einer gesunden Hautbarriere und den Erhalt von epidermalen Zellen.